Was ist eine GTIN? Zuletzt aktualisiert: März 2026 · Von Olaf de los Santos
GTIN steht für Global Trade Item Number — die weltweit eindeutige Produktkennzeichnung, die du kennen musst, sobald du Produkte online verkaufst oder bei Google Shopping bewirbst. In Europa war sie früher unter dem Namen EAN (European Article Number) bekannt. Seit 2009 hat GS1 den Begriff GTIN eingeführt, der im Gegensatz zur EAN nicht nur in Europa, sondern weltweit gilt.
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Was ist eine GTIN?
Die GTIN (Global Trade Item Number) ist laut GS1 Germany die 13-stellige Nummer unterhalb des Barcodes auf deiner Produktverpackung. Mit ihr lässt sich jeder Artikel, jede Produktvariante und jede Verpackungseinheit weltweit überschneidungsfrei identifizieren.
Sie fungiert gleichzeitig als Zugriffsschlüssel auf Produktdaten in Datenbanken — also auf Informationen wie Bezeichnung, Gewicht, Gebindegröße oder Warengruppe. Überall, wo Produkte automatisch erfasst werden — Supermarktkasse, Lager, Amazon, Google Shopping — ist die GTIN die Grundlage.
Wie sieht eine GTIN aus?
Eine GTIN ist eine rein numerische Zeichenfolge und kann 8, 12, 13 oder 14 Stellen lang sein. Auf dem Produkt erscheint sie als Strichcode (Barcode) — also als Folge unterschiedlich breiter vertikaler Striche, die per Scanner maschinenlesbar sind. Unterhalb des Barcodes ist die GTIN in der Regel als Ziffernfolge abgedruckt, damit sie bei Scanproblemen auch manuell eingegeben werden kann.
In Europa begegnest du am häufigsten der 13-stelligen EAN — sie ist auf praktisch jedem Konsumgüterprodukt zu finden.

Was steckt hinter dem GTIN-Code?
Die GTIN setzt sich laut GS1 aus drei Bestandteilen zusammen:
GS1 Basisnummer → Individueller Nummernbereich → Prüfziffer
Die GS1 Basisnummer stammt aus der GLN (Global Location Number) deines Unternehmens und wird von GS1 vergeben. Sie hat 7 bis 9 Stellen, wobei die ersten drei Ziffern immer das Länderpräfix des ausgebenden GS1-Büros sind. Danach folgt ein produktspezifischer Nummernbereich, den du selbst vergibst. Den Abschluss bildet die Prüfziffer, die mathematisch aus den vorangehenden Ziffern berechnet wird — GS1 stellt dafür einen kostenlosen Prüfziffernrechner bereit.
Beispiel einer 13-stelligen GTIN: 8563465 (Basisnummer) + 50152 (Artikelnummer) + 3 (Prüfziffer) = 8563465501523
Wichtig: Seit dem 1. Januar 2019 darf eine einmal vergebene GTIN nicht an ein anderes Produkt neu zugewiesen werden. Jede GTIN bleibt dauerhaft einem einzigen Produkt zugeordnet.
GTIN-Arten in der Übersicht
| Abkürzung | Art des Produkts / Einsatzgebiet | Länge |
|---|---|---|
| EAN | Europa, weltweit (GTIN-13) | 13-stellig |
| UPC | Nordamerika (GTIN-12) | 12-stellig |
| JAN | Japan (GTIN-13) | 8- oder 13-stellig |
| ISBN | Bücher weltweit | 13-stellig |
| ITF-14 | Multipacks, Versandeinheiten | 14-stellig |
| EAN-8 | Kleine Artikel mit wenig Platz | 8-stellig |
Ist GTIN und EAN das gleiche?
Im Wesentlichen ja. Die EAN (European Article Number) war die Vorgängerbezeichnung im europäischen Raum. 2009 übernahm GS1 international die Bezeichnung GTIN, um einen weltweit einheitlichen Standard zu schaffen. Wenn jemand heute von „EAN“ spricht, meint er in aller Regel die 13-stellige GTIN. Beide Begriffe sind im Alltag weiterhin gebräuchlich.
Woher bekomme ich die GTIN?
GTINs werden ausschließlich über GS1 bezogen — in Deutschland über GS1 Germany. GS1 ist der einzige offizielle Vergeber gültiger GTINs. GTINs aus inoffiziellen Quellen (z. B. über Drittanbieter oder Insolvenzverkäufe) sind riskant: Google erkennt ungültige GTINs automatisch und kann betroffene Produkte aus den Suchergebnissen entfernen.
Wie viel kostet eine GTIN?
GS1 Germany bietet verschiedene Pakete an:
SmartStarter1 — für Unternehmen bis 250.000 € Jahresumsatz, 1–5 GTINs, einmalig 35 € pro GTIN, keine laufenden Jahresgebühren.
SmartStarter10 — ab 250.000 € Jahresumsatz, 10 GTINs inkludiert, GLN inklusive.
GS1 Complete — für alle Unternehmensgrößen, bis zu 100.000 GTINs möglich, alle 23 GS1-Standards inklusive. Kosten: 230 € Einmalgebühr + 150 € pro Jahr.
Alle Pakete beinhalten einen Eintrag in die globale Datenbank GEPIR, den GTIN-Manager zur Produktverwaltung sowie die Möglichkeit, kostenlose Barcodes zu erstellen.
GTIN im Google Merchant Center: Was du wissen musst
Das Google Merchant Center ist die Schaltzentrale für alle Produkte, die du über Google bewerben möchtest — ob in der Google Suche, auf dem Shopping-Tab, in Google Bilder oder auf YouTube. Damit deine Produkte dort erscheinen, müssen sie im Merchant Center hinterlegt und genehmigt sein.
Die GTIN spielt dabei eine zentrale Rolle: Google nutzt sie, um dein Produkt eindeutig zu identifizieren, es mit Bewertungen, Preisvergleichen und Kataloginformationen anzureichern und es zielgenau auszuspielen. Produkte ohne gültige GTIN werden schlechter kategorisiert, erhalten weniger Impressionen und können in bestimmten Shopping-Formaten gar nicht erscheinen.
Für den Google Shopping Feed muss die GTIN unter dem Attribut [gtin] im Datenfeed angegeben werden. Das gilt für alle Markenprodukte, denen vom Hersteller eine GTIN zugewiesen wurde. Eigenmarken oder selbst hergestellte Produkte ohne GTIN sind ausgenommen — hier kann das Attribut identifier_exists: false gesetzt werden.
GTIN in WooCommerce hinterlegen
Wenn du WooCommerce nutzt, gibt es zwei gängige Wege:
Weg 1 — Über ein Plugin: Plugins wie WooCommerce Product GTIN oder YITH WooCommerce Product Add-Ons fügen ein GTIN-Feld direkt im Produkteditor hinzu. Dieses Feld wird dann automatisch im strukturierten Schema-Markup (Product Schema) ausgespielt und kann vom Google Shopping Feed ausgelesen werden.
Weg 2 — Über den Google Listings & Ads Feed: Das offizielle Google-Plugin für WooCommerce ermöglicht es, GTINs direkt beim Feed-Export zuzuweisen und fehlende Felder manuell zu ergänzen.
Wichtig bei Produktvarianten: Jede Variante (Farbe, Größe, Ausführung) benötigt eine eigene GTIN. Eine GTIN darf nicht für mehrere Varianten geteilt werden.
Was passiert ohne GTIN im Merchant Center?
Fehlen GTINs im Feed oder sind sie ungültig, zeigt das Merchant Center entsprechende Warnungen oder Ablehnungen im Diagnose-Tab. Konkrete Folgen:
- Eingeschränkte Sichtbarkeit: Das Produkt erscheint nicht in allen Shopping-Formaten
- Schlechtere Qualitätsbewertung des Feeds: Beeinflusst die Gesamtperformance aller Kampagnen
- Ablehnung: Produkte mit nachweislich falschen GTINs können komplett aus den Ergebnissen entfernt werden
- Kein Preisvergleich: Ohne GTIN kann Google dein Produkt nicht mit anderen Anbietern desselben Artikels zusammenführen — du verlierst die Chance auf Preisvergleichs-Platzierungen
Als SEA-Berater den Shopping-Feed optimieren
Das Team von netkin berät dich bei der Umsetzung und Optimierung von Google Shopping Kampagnen. Ein sauber aufgesetzter Produktfeed mit gültigen GTINs ist die Grundlage für jede erfolgreiche Shopping- oder Performance Max-Kampagne.
Dabei helfen wir:
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- GTIN-Validierung und Feed-Bereinigung
- Aufbau und Optimierung von Google Shopping Kampagnen
- Performance Max Strategie
Quellen: GS1 Germany – GTIN Standard · Google Merchant Center · Google Produktspezifikationen – GTIN
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